Ein Zufall weckte meine traumatische Erinnerung an die israelische Armee

9. Juni 2024

A chance encounter at the Jewish Museum in Berlin brings back painful memories of my service in the Israeli army. Through the music of Rami Fortis, memories of military abuse and imprisonment, and the ongoing war in Gaza, I explore the persistence of trauma and the difficulty of escaping the past.

Photo - Pixabay

German and than English

Vor nicht allzu langer Zeit, im April dieses Jahres, besuchte ich das Cafe im Jüdischen Museum in Berlin, um einen Americano zu trinken. Eine deutsche Frau servierte mir meinen Kaffee. Als ich sie ansah, bemerkte ich eine Halskette aus Metall, verziert mit einem Plättchen. Sie erinnerte mich an eine Kette, die ich selbst während meiner Zeit als Soldat trug.

Von Mati Shemoelof
Erschienen in: Berliner Zeitung v. 25.05.2024

Auf ihrem Metallplättchen waren jedoch die Worte „Mein Herz ist in Gaza gefangen“ eingraviert. Neugierig geworden, kam ich mit ihr ins Gespräch. Ich erzählte ihr, dass ich solche – von Soldaten getragenen – Metallplättchen seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sie lächelte freundlich und erwiderte: „Sehen Sie, ich trage sogar Kleidung in der Farbe der Soldatenuniformen.“ Sie trug tatsächlich ein dunkelgrünes Kleid.

Ich erwiderte, dass ich mich seit der Armee weigere, Kleidung dieser Farbe zu tragen, und dass ich erst kürzlich eine grüne Jeans zurückbringen musste, die ich von meiner Partnerin zu Ostern geschenkt bekommen hatte. Ich musste weinen. In diesem Moment kamen die
Bruchstücke eines Traumas hoch.

Ein Lied begann in mir zu erklingen.

Als ich in die israelische Armee eingezogen wurde (1990-1993), fehlte es mir an kritischem Bewusstsein und ich entschied mich für den Dienst im Artilleriekorps. Erst als ich auf dem Ausbildungsstützpunkt in der gelben Weite der Negev-Wüste im Süden Israels ankam, erkannte ich, dass ich einen Fehler gemacht hatte.

Innerhalb kurzer Zeit wandelte ich mich von einem überzeugten Anhänger der Werte der demokratischen Gesellschaft, die mir während meiner Schulzeit eingeimpft worden waren, zu einem Realisten, der begriff, dass seine Rechte abgeschafft worden waren. Plötzlich fühlte ich mich als Teil eines diktatorischen Systems, in dem nur die starken Soldaten überleben konnten. Die Befehlshaber bemerkten schnell meine Neigung zum Tagträumen und hielten mich für schwach.

Dann, in meiner ersten Auszeit von der Armee, kaufte ich eine Eintrittskarte für die Rockshow der beiden israelischen Musiker Rami Fortis und Berry Sakharof, die ihr neues Album „Stories from the Box“ vorstellten. In einem der Lieder singt Rami Fortis:

„Der König hier, die Königin dort
Baden tief im Mord
Die großen Nationen verbreiten Chaos
Verbreiten leere Worte, verbreiten Mottos
Die Masse jubelt und hisst die Banner
Es rollen die Köpfe in der dunklen Kammer
Narrenzirkus, Eintritt frei…“
(Rami Fortis, „Schuhe“ 1992; übersetzt von Marie Ch. Behrendt)

Fortis war ein Prophet. Er warnte uns vor der Zukunft

Während ich wie wild tanzte, verlor das Publikum während der Show den Verstand. Sie brüllten Fortis an, dass er verrückt sei. Er war in einer Weise ekstatisch, wie man es auf israelischen Bühnen noch nie gesehen hatte. Er schnitt alle möglichen Grimassen und gab während seines Rockkonzerts eine überdrehte Vorstellung. Heute denke ich, dass Fortis wie ein Prophet war, der uns mit seiner Musik vor der Zukunft warnte. Wir lebten im Schatten der ersten Intifada, und der Golfkrieg und der Osloer Friedensprozess hatten noch nicht begonnen.

Wir haben nicht damit gerechnet, dass Israelis am 7. Oktober 2023 von den Hamas-Terroristen abgeschlachtet werden würden. Wie es in dem Lied heißt:

„Es rollen die Köpfe in der dunklen Kammer
Narrenzirkus, Eintritt frei…“

Und in der Tat, es ist ein Narrenzirkus: Die Hamas, Netanjahu und seine extrem nationalistische Regierung – die ganze Region steuert auf einen Abgrund zu.

Nachdem die Rockshow vorbei war, log ich die Armeebehörden an und behauptete, ich sei krank gewesen. Ich wollte nicht zum Stützpunkt zurückkehren. Stattdessen ging ich zu einer anderen Show mit der gleichen Band. Ich hörte mir das gleiche Lied an. Der Refrain geht so:

„Schuhe, Schuhe, Kühlschrank, Kühlschrank
Um mir das Hirn einzufrier’n
Ich will’s ignorier’n – Schuhe…“

Erst dann kehrte ich zur Ausbildung der Panzereinheit zurück, wo ich lernte, wie man auf diese gewaltige Stahlmaschine – die „Merkava“ – schießt. Der Refrain des Liedes lief in meinen Ohren weiter wie ein Ohrwurm:

„Schuhe, Schuhe, Kühlschrank, Kühlschrank
Um mir das Hirn einzufrier’n…“

Später fanden sie heraus, dass ich gelogen hatte, und hatten eine Strafe parat.

Viele Menschen in Israel leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung

Rami Fortis erzählte einmal, dass er aus den Schlachten des Krieges von 1973 mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zurückgekehrt sei. Er ergänzte, er habe nichts über den Krieg gewusst. Während er noch Pink Floyd hörte, begann der Krieg, und sofort wurde er in die gelbe Sinai-Wüste geschickt, um gegen die ägyptische Armee zu kämpfen. Er sah einen endlosen Bombenregen, ein Sprengkörper tötete seinen besten Freund. Das Geräusch dieser fallenden Bomben hat ihn nie verlassen.

Fortis sagte auch, dass die meisten Menschen in Israel direkt oder indirekt von einer posttraumatischen Belastungsstörung betroffen seien. Als ich die Daten einer im Jahr 2022 durchgeführten Studie überprüfte, zeigte sich, dass etwa 93 Prozent der entlassenen israelischen Kämpfer angaben, einem traumatischen Ereignis ausgesetzt gewesen zu sein. In einigen Fällen kann ein Trigger erst mehrere Jahre nach einem Ereignis auftreten.

„Schuhe und ein Kühlschrank
Um mir das Hirn einzufrier’n
Ich will’s ignorier’n – Schuhe…“

Rami Fortis bittet um ein Paar Schuhe und einen Kühlschrank. Ein paar Schuhe, um so weit wie möglich dem heißen Sand der Wüste Sinai, dem Ort des Traumas, zu entfliehen. Und einen Kühlschrank, um das Hirn zu kühlen, nicht nur, weil er in der Hitze kämpft, sondern auch, weil er vergessen will.

Ich glaube nicht, dass ich mich zufällig an den Song von Fortis erinnert habe. Fortis war einer der Gründer von Minimal Compact, der Band, die Ende der 80er-Jahre in Europa sehr erfolgreich war. Aber er kehrte zurück, um in Israel zu leben. Er war vor mir in Berlin gewesen und hatte genau wie ich über die Stadt geschrieben; und wir beide können den Schrecken des anderen Ortes nicht vergessen.

Ich habe meine Schuhe genommen und habe Israel weit hinter mir gelassen. Ich lebe an einem kühlen Ort, bin verheiratet und jetzt Vater mit einer literarischen Karriere. Und obwohl ich in einem Berliner Cafe in aller Ruhe einen Americano trinken kann, vermag es eine kleine Halskette mit einem Metallplättchen, alles wieder hochzuholen.

Menschen kommen und gehen und ich sitze fest, an einem bestimmten Ort, innerlich gefangen in Ängsten, die mich abrupt in unergründliche Kammern meiner Erinnerung katapultieren. Die Türen meines Bewusstseins öffnen sich mit Schrecken.

Man sperrte mich in eine Zelle im Militärgefängnis

Ich erinnere mich daran, wie wir irrtümlich mit unseren Panzern auf eine Familie von Schweinen schossen, die im Südlibanon in einer Reihe hintereinander liefen, weil wir sie für Terroristen der Hisbollah hielten.

Ich erinnerte mich daran, wie ich meine Mutter anflehte, mich aus der Armee zu holen, weil ich Tag für Tag seelisch misshandelt wurde. Aber sie sagte mir, dass ich keine Arbeit finden würde, wenn ich den Militärdienst nicht beenden würde.

Ich erinnere mich, wie ich einmal den Auftrag erhielt, den Zustand der leeren Wasserbehälter in einigen Panzern zu überprüfen. In dem Bericht, den ich vorlegen musste, entdeckte ich, dass die Unterschrift eines Arztes erforderlich war, um den Zustand der Behälter zu bestätigen.

Mein Befehlshaber setzte sich über dieses Detail hinweg. Er bestand darauf, dass ich den Bericht unterschreibe, und versicherte mir, dass alles geregelt werden würde. Da ich jedoch nicht bereit war, die Verantwortung für die Wasserbehälter der Panzer zu übernehmen, ohne eine ordnungsgemäße Bestätigung zu erhalten, weigerte ich mich zu unterschreiben. Wegen dieser Weigerung sperrte man mich in eine Zelle im Militärgefängnis.

Natürlich fanden sie einen anderen, offiziellen Grund: Eines Tages ging ich duschen und ließ meine Waffe im offenen Raum liegen. Später rief mich mein Kommandeur zu sich und beschuldigte mich, meine persönliche Waffe zurückgelassen zu haben. Ich erwiderte, dass jeder Soldat ohne seine Waffe dusche. Trotz meiner Versuche, mich zu verteidigen, wurde ich noch in derselben Nacht zu drei Wochen Militärgefängnis verurteilt.

Nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis beschloss ich, mit Freunden in einer Bar im Zentrum von Hadar, Haifa, zu feiern. Ich werde nie vergessen, wie ich mitten in der Nacht loszog, um Zigaretten zu kaufen. Die Erfahrung im Gefängnis war mir noch so nah. In der Haft konnte ich nicht einmal pinkeln, ohne dass fünf andere Leute mich hörten …

Ich musste an den Philosophen Slavoj Zizek denken

Als ich loslief, um Zigaretten zu kaufen, überkam mich der Rausch der Freiheit, und ich sprang vor Freude. In meinem Überschwang schätzte ich jedoch die Höhe falsch ein, und ein niedriges Dach des örtlichen Marktes schlug mir in dieser Nacht den Schädel ein. Ich kehrte zum Stützpunkt zurück, geprellt und entmutigt.

Ich musste an den slowenischen Philosophen Slavoj Zizek denken. Er schreibt, wir müssten akzeptieren, dass unser Leben einen traumatischen Kern beinhalte, der sich der Erlösung entziehe; dass es eine Dimension unseres Seins gibt, die sich der vollständigen Befreiung für immer widersetze.

Auch meine Wochenendlüge, die es mir ermöglichte, ein weiteres Konzert zu besuchen, holte mich wieder ein: Als ich meinen Armeedienst bei den IDF beendete, wussten meine Vorgesetzten irgendwie, dass ich nur vorgetäuscht hatte, krank zu sein, um zu Hause zu bleiben. Alle Soldaten in meiner Einheit bekamen den letzten Monat ihrer dreijährigen Dienstzeit erlassen. Ich musste die vollen drei Jahre und einen Tag absolvieren.

Danach ging ich zu einem Therapeuten und fragte ihn, ob er mir helfen würde, endgültig aus dem Militärdienst auszusteigen. Das hieße, dass ich nicht jedes Jahr einen Monat in der Reserve dienen müsste. Ich hatte Erfolg. Ich wurde nie wieder eingezogen.

Und dennoch: Eine Zufallsbegegnung in einem Cafe, ein Blick auf die tragischen Nachrichten über den Gaza-Krieg – und in mir kommt alles wieder hoch.

Dieser Beitrag unterliegt der Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0).

–> English Version: Gaza war: A coincidence awakened my traumatic memory of the Israeli army




Gaza war: A coincidence awakened my traumatic memory of the Israeli army

A chance encounter at the café of the Jewish Museum in Berlin confronts our author with some old traumas from his time in the Israeli Defense Forces.

Mati Shemoelof

25.05.2024

26.06.2024, 13:39 Uhr

Photo- Pixabay

Not long ago, in April this year, I visited the café in the Jewish Museum in Berlin to enjoy an Americano. A German woman served me my coffee. As I glanced at her, I noticed a metal necklace adorned with a disc, reminiscing of the one I had worn during my time as a soldier. However, engraved on her metal disc were the words „My heart is kidnapped in Gaza.“ Intrigued, I struck up a conversation with her.

Open Source

Gaza-Krieg: Ein Zufall weckte meine traumatische Erinnerung an die israelische Armee

I shared with her how I hadn't seen such metal plates worn by soldiers for many years. She smiled warmly and replied, „I even wear clothes in the color of soldiers' uniforms.“ She was indeed wearing a dark green dress.

I told her that since the end of my army service I had been refusing to wear clothes of this color and that just lately I had had to bring back the green jeans I had got as gift from my partner for Easter. I couldn't help but start crying. That was when some piece of trauma came up.

One song began to resound in me.

When I was drafted into the IDF (1990-1993), I lacked critical awareness and chose to serve in the Artillery Corps. It wasn't until I arrived at the training base in the yellow expanse of the Negev Desert in southern Israel that I realized I had made a mistake.

Within a short time, I went through a transition from a staunch believer in the values of the democratic society, that had been instilled in me during my high school years, to a realist, who understood that my rights had been stripped away. Suddenly I felt like a part of a dictatorial system where only the strong soldiers could survive. The commanders quickly noticed my tendencies to daydream and perceived me as weak.

Then, on my first break from the army I bought a ticket to see the rock show of the two Israeli musicians Rami Fortis and Berry Sakharof performing their new album „Stories from the Box.“ In one of the songs, Rami Fortis sang:

„The king from here, and the queen from there,

Immerse themselves deeply in blood...

The Greats of the Nation promise to breathe life into the wilderness,




Blowing slogans, blowing bubbles,

The crowd cheers and waves flags,

In the basements, below the ground, they are beheading....,

Circus of fools and entry is free...“

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(Rami Fortis, „Shoes“, 1992; translated by Mati Shemoelof)


Fortis was a prophet. He warned us about the future.

Whereas I danced actively and intensely, the crowd was losing their mind during the show. They were shouting to Fortis that he was crazy. He was truly ecstatic in a manner that had never been seen on Israeli stages before. He was making all kinds of facial expressions and gave an excessive performance throughout his rock concert.

Today I think Fortis was like a prophet – with his music he wanted to warn us about the future. We had been living in the shadow of the first Intifada and the Gulf War and the Oslo peace process had not yet begun.

We didn't anticipate that on the seventh of October 2023, Israeli people would be slaughtered by the Hamas terrorists. As the song goes:

„In the basements, below the ground, they are beheading....,

Circus of fools and entry is free...“

Open Source

Ein Israeli in Berlin: „Dieser Krieg wird, wie alle Kriege zuvor, keine Lösung bringen“

And indeed, it's a circus of fools: The Hamas, Netanyahu and his extreme nationalist government - the entire region is heading into an abyss.

After the rock show was over, I lied to the army authorities, claiming that I was sick. I didn’t want to return to the base. Instead, I went to another show with the same band. I listened to the same song. The refrain went like this:

Shoes, shoes, and a refrigerator and a refrigerator

that will cool my brain

I want to forget -... shoes…

Only then I returned to the training of the tank unit, where I learned how to shoot this massive steel machine – The „Merkava“. The chorus of the song continued to play in my ears like an earworm:

„Shoes, shoes,

And a refrigerator to cool my brain…“


Later they found out about my lying and had a punishment coming for me.

Many people in Israel suffer from post-traumatic stress disorder

Rami Fortis once said that he had returned from the battles of the 1973 war with a post-traumatic stress disorder. He added that he didn’t know anything about the war. While he was still listening to Pink Floyd, the war started and immediately he was sent to the yellow deserts of Sinai to fight the Egyptian army, seeing an endless rain of bombs, one of which killed his best friend; and that sound of those falling bombs never left him.

Fortis also said that most people in Israel were affected by being directly or indirectly by the post-traumatic stress disorder. When I checked the data from a study carried out in 2022, it showed that about 93% of the discharged Israeli fighters reported that they had been exposed to an event of a traumatic nature. In some cases, a trigger may appear several years after an event.

„Shoes, and a refrigerator that will cool my brain,

I want to forget, shoes…“

Rami Fortis asks to give him a pair of shoes and a refrigerator. Some shoes, to walk as far as possible from the hot sands of the Sinai desert, the place of trauma. And a refrigerator, to cool the brain, not only because he fights in the hot surfaces but also because he wants to forget.

I don’t think that I remembered Fortis’s song by accident. Fortis was one of the founders of „Minimal Compact“, the band that was very successful in the end of the eighties in Europe. But he returned to live in Israel. He had been in Berlin before me and had written about the city just like me; And we both can’t forget the horror of the other place.

I took my shoes and went far from Israel, and I do live in a cool place, married and now a father with a literary career. And even though I can peacefully drink an Americano at a café in Berlin, a small necklace with a metal plate can bring it all back. People come and people go, and I'm stuck in one place, trapped inside the anxieties that suddenly send me away to cryptic boxes of memories. The doors of my consciousness are opening with fright.

I was locked up in a cell in the military prison

I remember how we with our tanks once shot mistakenly a family of pigs that was walking in line one after another in southern Lebanon, because we thought they were Hezbollah terrorists.

I remember how I cried to my mother to take me out of the army, because I was abused, mentally, day after day. But she told me that if I hadn’t finished the military service, I wouldn't have been able to find a job.

I remember how once I got a task to check the condition of the empty water reservoirs in some tanks. In the report I had to submit, I discovered a requirement for a doctor's signature to validate the reservoirs' condition. My commander disregarded this detail, insisting that I had to sign the report and assuring me that everything would be resolved. However, unwilling to take responsibility for the tanks' water reservoirs without proper validation, I refused to sign. That defiance led to me getting confined in a military prison cell.

Of course, they found another, official reason: One day I went to take a shower. I left my weapon in an open room. Later, my commander summoned me and accused me of abandoning my personal gun. I countered, stating that every soldier took a shower without their weapon. Despite my attempts to defend myself, I was sentenced to three weeks in military prison that very night.

After my release from prison, I decided to celebrate with friends at a bar in downtown Hadar, Haifa. I'll never forget how I went out to buy cigarettes in the middle of the night. The experience in prison was still so close. In prison I couldn't even pee without five other people hearing me…

As I rushed out to buy cigarettes, the exhilaration of freedom overwhelmed me, and I leaped in joy. However, in my exuberance, I misjudged the height, and a low rooftop from the local market sliced my skull that night. I returned to the base, bruised and disheartened.

I was reminded of the philosopher Slavoj Žižek

I was reminded of the Slovenian philosopher Slavoj Žižek. He writes that we must accept that our lives contain a traumatic core that defies redemption; that there is a dimension of our being that forever resists complete liberation.

My weekend lie, which allowed me to go to another concert, also caught up with me again: When I finished my army service at the IDF, my commanders somehow knew that I had only pretended to be sick to stay at home. All the soldiers in my unit got the last month off their three years’ service. I got to do the full three years and a day.

After that, I went to a therapist and asked if he would help me get out of my army service for good. Implying that I wouldn’t have to do reserve for one month every year. I succeeded. I was never drafted again.

And yet: a chance encounter at a café, a glance at the tragic news about the Gaza war - and everything comes back to me.

Mati Shemoelof, born in 1972, is an award-winning writer, poet, activist, author and curator. This year (2024) he has received a grant from the German Literature Fund to write his first book in German: ‚Yiddish Sounds, German Words‘.

This is a contribution that was submitted via our Open Source initiative. With Open Source, the Berliner Verlag gives all interested parties the opportunity to offer texts with content relevance and professional quality standards. Selected contributions will be published and honoured.

This article is subject to the Creative Commons Licence (CC BY-NC-ND 4.0). It may be freely reused by the general public for non-commercial purposes, provided the author and Berliner Zeitung are credited and any editing is excluded.




Tags: Mati Shemoelof, Gaza war, Israeli army, military trauma, PTSD, Israel, Palestine, Berlin, Jewish Museum Berlin, Rami Fortis, memory, war and trauma, Israeli society, personal essay, Israeli writer

Category: Articles / Essays

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