Israel – Berlin – Migration – Sprache
Mati Shemoelofs literarischer Weg führt von Haifa nach Berlin. Doch diese Bewegung ist keine einfache Geschichte von einem Ort zum anderen.
In seiner Literatur bleibt Haifa präsent, während Berlin zu einem neuen literarischen Ort wird. Zwischen beiden Städten entsteht ein Raum aus Erinnerung, Sprache und Migration.
Ein Gedicht formuliert diese Erfahrung unmittelbar:
„Der Ort, an dem du stehst, ist nicht das Zuhause.“
Das Zuhause ist bei Shemoelof deshalb weniger ein fester geografischer Ort als eine offene Frage.
Auch die Sprache wird zu einem Ort der Bewegung. In einem seiner hebräischen Gedichte heißt es:
„Die Sprachen erschienen wie Kronensplitter“
Sprache ist Erinnerung, aber auch Verlust. Sie trägt Familiengeschichte, Migration und kulturelle Brüche in sich.
Shemoelofs Schreiben bewegt sich deshalb zwischen Hebräisch und Deutsch. Seine Übersetzungen und zweisprachigen Bücher sind nicht nur Übertragungen von einer Sprache in eine andere. Sie machen sichtbar, dass ein Gedicht seine Bedeutung verändern kann, wenn es eine Grenze überschreitet.
Bagdad | Haifa | Berlin trägt diese Bewegung bereits im Titel: drei Orte, drei historische Räume und eine Biografie, die nicht auf einen einzigen Ursprung reduziert werden kann.
Berlin wird dabei nicht zum Ersatz für Haifa. Beide Städte bleiben miteinander verbunden.
Die Migration wird so zu einer literarischen Methode: zurückzublicken, weiterzugehen, zu übersetzen und dabei die Brüche sichtbar zu lassen.
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Mati Shemoelof Berlin
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Heimat und Migration Literatur
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