Die Bücher von Mati Shemoelof
Die Bücher von Mati Shemoelof verbinden Gedichte, Prosa und politische Reflexion. Seine Literatur interessiert sich für die Stellen, an denen private Erinnerung und Geschichte aufeinanderstoßen.
Bereits der Titel Bagdad | Haifa | Berlin verbindet Familiengeschichte, jüdische Geschichte, Israel und Migration.
Später wird die Narbe zu einem zentralen Bild.
Das kleine Boot in meiner Hand nenn ich Narbe trägt die Erfahrung von Verletzung bereits im Titel. In einem Gedicht heißt es:
„Das Schreiben dieses Gedichts macht niemanden härter.“
Die Poesie wird hier nicht als Schutzschild verstanden. Sie macht die Verletzung sichtbar.
In Fünfzehn Narben wird diese Verbindung von jüdischer und arabischer Geschichte ausdrücklich weitergeführt. Das Buch trägt den Untertitel Jüdisch-arabische Texte zu Politik und Poesie.
Damit verbindet sich eine Literatur, die Erinnerung nicht als Besitz versteht. Sie versucht vielmehr, unterschiedliche Erinnerungen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Shemoelofs Bücher fragen:
Was bedeutet jüdische Erinnerung heute?
Was bedeutet es, aus Israel zu kommen und in Deutschland zu leben?
Was geschieht mit einer Sprache, wenn ein Mensch migriert?
Kann Literatur politische Grenzen überschreiten, ohne die Konflikte zu vereinfachen?
Und kann aus einer Narbe etwas anderes entstehen als nur Erinnerung an Verletzung?
Diese Fragen verbinden seine hebräische und deutsche Literatur.
→ Bagdad Haifa Berlin
→ Deutsche Gedichte
→ Jüdische Gegenwartsliteratur
→ Israel – Berlin – Migration – Sprache
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